Rechtsanwalt
Florian Savelsberg
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Rechtsgrundlage für die Tätigkeit als deutscher Rechtsanwalt in Griechenland

Rechtsanwälte, die ihre Zulassung in einem Mitgliedsland der EU erworben haben und dort zugelassen sind, können in Griechenland unter den Voraussetzungen des Präsidialdekrets 152/2000 nach entsprechender Zulassung unter der Berufsbezeichnung ihres Herkunftslandes mit gewissen Einschränkungen den Beruf des Rechtsanwalts ausüben.

Die folgende auszugsweise Übersetzung des Präsidialdekrets 152/2000 aus der griechischen in die deutsche Sprache ist nicht amtlich. Maßgeblich ist allein der im Amtsblatt der griechischen Regierung Band Α'130 in griechischer Sprache veröffentlichte Text. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass für Richtigkeit und Aktualität keinerlei Haftung übernommen werden kann. Berücksichtigt wurden die letzten Änderungen durch die Präsidialdekrete 261/2005 und 86/2008. Stand 2008.

Durch Wahl der griechischen Seitendarstellung kann mit dem griechischen Text verglichen werden.

 

Präsidialdekret 152/2000

Anwaltstätigkeit in Griechenland mit Berufstiteln anderer EU Länder

Amtsblatt der griechischen Regierung Band Α'130/23.5.2000, Präsidialdekret unter der Nummer 152, Erleichterung der dauerhaften Ausübung des Berufs des Rechtsanwalts in Griechenland für Rechtsanwälte, die ihren Berufstitel in einem anderen Mitgliedsland der Europäischen Union erworben haben (Richtlinie 98/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.2.1998, PDF Datei)

 

Kapitel Α: Zweck, Definitionen und Anwendungsbereich



Artikel 1

Zweck dieses Dekrets ist die Erleichterung der dauerhaften Ausübung des Berufs des Rechtsanwalts in Griechenland für den freiberuflich oder angestellt tätigen Rechtsanwalt, der seine Berufsqualifikation bereits in einem anderen Mitgliedsland der EU erworben hat, entsprechend der Richtlinie 98/5 EG des Europäischen Parlaments und des Rates  "zur Erleichterung der ständigen Ausübung des Rechtsanwaltberufs in einem anderen Migliedsstaat als dem, in dem die Qualifikation erworben wurde", die in griechischer Sprache im Amtsblatt der EG (Ι 77/14.3.1998, S. 36) veröffentlicht wurde.

Artikel 2

Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Dekrets bedeutet:

a) "Rechtsanwalt": jede natürliche Person, die Angehörige eines Mitgliedsstaats ist und ihre beruflichen Tätigkeiten unter einer der folgenden Berufsbezeichnungen ausübt:

Österreich: Rechtsanwalt
Belgien: Avocat/Advocaat/Rechtsanwalt
Βulgarien: ABOKaT
Frankreich: Avocat
Deutschland: Rechtsanwalt
Dänemark: Advokat
Schweiz: Avocat/Advokat, Rechtsanwalt, Anwalt, Forsprecher, Forsprech / Avvocato
Estland: Vandeadvokaat
Vereinigtes Königreich: Advocate/Barrister/Solicitor
Irland: Barrister/Solicitor
Spanien: Abocado/Advocat/Avogado/Abocatu
Italien: Avvocato
Niederlande: Advocaat
Zypern: Δικηγόρος
Lettland: Zverinats advokats
Litauen: Advokatas
Luxembourg: Avocat
Malta: Avukat/Prokutatur Legali
Ungarn: Ugyved
Polen: Advokat/Radca prawny
Portugal: Advogado
Rumänien: Avocat
Slowakei: Advokat/Komercny pravnik
Slowenien: Odventik/ Odventica
Schweden: Advokat
Tschechiche Republik: Advokat
Finland: Asianajaja/Advokat.

b) "Herkunftsstaat": der Mitgliedsstaat der Europäischen Union, in welchem der Rechtsanwalt vor Ausübung der Anwaltstätigkeit in Griechenland oder einem dritten Mitgliedsstaat das Recht erworben hat, eine der unter a) genannten Berufsbezeichnungen zu tragen.

c) "Herkunftsberufsbezeichnung": die Berufsbezeichnung des Mitgliedsstaats, in welchem der Rechtsanwalt vor der Ausübung der Anwaltstätigkeit in Griechenland das Recht erworben hat, diese Berufsbezeichnung zu tragen.

d) "Gruppe": jeder nach dem Recht eines Mitgliedsstaats errichteter Zusammenschluß mit oder ohne Rechtspersönlichkeit, in welchem Rechtsanwälte ihre Berufstätigkeit gemeinsam und unter einem gemeinsamen Namen ausüben.

Artikel 3

Anwendungsbereich     

1. Das vorliegende Dekret gilt vorbehaltlich der Regelungen unter Artikel 10 für Rechtsanwälte aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die den Beruf des Rechtsanwalts entweder selbständig oder abhängig beschäftigt im Herkunftsstaat ausüben.

2. Die vorliegenden Regelungen finden keine Anwendung bei Dienstleistungen, die unter die Regelungen des Präsidialdekrets 258/1987 (ΦΕΚ Α `125) entsprechend der Richtlinie 77/249/EWG des Europäischen Parlaments und des Rates "Erleichterung der tatsächlichen Ausübung des freien Dienstleistungsverkehrs der Rechtsanwälte" fallen.

Artikel 4

Jeder Rechtsanwalt im Sinne des Art. 2 a. des vorliegenden Dekrets hat das Recht, den Beruf des Rechtsanwalts unter seiner ursprünglichen Berufsbezeichnung dauerhaft in Griechenland gemäß Artikel 7 und den folgenden Regelungen auszuüben.

Artikel 5

1. Um in Griechenland die Tätigkeit des Rechtsanwalts auszuüben, muss sich der Rechtsanwalt bei der Rechtsanwaltskammer zulassen, in deren Bezirk er seine Tätigkeit ausüben wird. Ebenso muss er im gleichen Bezirk eine Kanzlei betreiben.

2. Über die Zulassung entscheidet der Verwaltungsrat der oben genannten Rechtsanwaltskammer, nachdem der Bewerber die folgenden Bescheinigungen eingereicht hat:

a) eine Urkunde einer Behörde oder Gemeindebehörde, aus welcher sich die Staatsangehörigkeit zu einem Mitgliedsstaat ergibt,

b) ein Führungszeugnis,

c) eine Bescheinigung über die Einschreibung [als Rechtsanwalt] und Dienständerungen von der zuständigen Behörde des Mitgliedsstaats, die den  Berufstitel erteilt hat, oder von einer anderen zuständigen Behörde des Herkunftsstaats. Die Bescheinigung muss den Zweck, für den sie ausgestellt wird, benennen und wenigstens die Angaben über die allgemeine Zulassung, die Gerichtszulassung und eventuelle Disziplinarstrafen nebst zusammenfassender Nennung der Disziplinarvergehen und der auferlegten Disziplinarstrafen enthalten.

Die Bescheinigung muss binnen der letzten drei Monate erteilt worden sein.

3. Die Entscheidung, mit welcher dem Antrag auf Zulassung nicht stattgegeben wird oder eine bereits erteilte Zulassung widerrufen wird, muss hinreichend begründet sein. Gegen sie ist ein Antrag auf Anfechtung vor dem S.t.E. binnen 60 Tagen ab der Bekanntgabe in Griechenland gegenüber dem Antragsteller oder seinem Zustellungsbevollmächtigten statthaft.

4. Die Entscheidung über die Zulassung oder die Nichtzulassung wird durch die Rechtsanwaltskammer an die zuständige Behörde oder die Rechtsanwaltskammer im Herkunftsland zur Kenntnisnahme übermittelt.

5. In jeder Rechtsanwaltskammer wird ein besonderes Verzeichnis über die Mitglieder geführt, die unter dem Berufstitel ihres Herkunftslandes eingeschrieben sind.

Artikel 6

1. Jeder Rechtsanwalt, der seinen Beruf in Griechenland mit dem Herkunftsberufstitel ausübt, ist verpflichtet, seine Tätigkeit mit diesem Berufstitel, der in eindeutiger Weise in der Amtssprache oder in einer der Amtssprachen des Herkunftsstaates geschrieben sein muss, auszuüben.

2. Zur Durchsetzung der vorgenannten Regelung fordert jede Rechtsanwaltskammer von dem Rechtsanwalt, die Bezeichnung der für ihn berufsrechtlich zuständigen Organisation des Herkunftsstaates oder die Bezeichnung des Gerichts, vor dem er nach dem Recht des Herkunftsstaates auftreten darf, und ebenso auch seine Einschreibung im Verzeichnis der griechischen Rechtsanwaltskammer zu nennen.

Artikel 7

1. Vorbehaltlich der folgenden Regelungen übt der in Griechenland unter dem Berufstitel des Herkunftsstaates tätige Rechtsanwalt die gleichen Tätigkeiten aus, die ein Rechtsanwalt mit griechischem Berufstitel ausübt. Er darf insbesondere in den Bereichen des griechischen Rechts, des Gemeinschaftsrechts, des internationalen Rechts und des Rechts seines Herkunftsstaates rechtsberatend tätig sein und sämtliche nach geltendem Recht vorgesehenen Tätigkeiten und Handlungen ausführen.

2. Bei der Vertretung und der Verteidigung eines Mandanten vor Gericht ist der unter der Berufsbezeichnung seines Herkunftsstaates tätige Rechtsanwalt verpflichtet, mit einem Rechtsanwalt zusammenzuarbeiten, der vor dem in der Sache angerufenen Gericht auftreten darf und diesem Gericht gegenüber verantwortlich ist.

3. Alle Tätigkeiten betreffend die Bereiche Rechtsberatung, sonstige Aufträge und Handlungen, sowie die Vertretung und Verteidigung eines Mandanten vor Gerichten oder staatlichen Behörden in Griechenland, sind in Übereinstimmung mit den Bedingungen, den Grenzen, den Voraussetzungen und sämtlichen anderen Pflichten aus dem in Griechenland für die Ausübung des Amtes des Rechtsanwalts geltenden Recht durchzuführen.

4. Tätigkeiten oder Pflichten, die nach griechischem Recht die Ausübung öffentlicher Gewalt beinhalten, sind von den für den Rechtsanwalt zulässigen Tätigkeiten ausgenommen, es sei denn, er ist griechischer Staatsangehöriger. Tätigkeiten in diesem Sinne sind insbesondere die Bestellung eines Rechtsanwalts zum Präsidenten einer Wahlkommission gemäß den Gesetzen zum Wahlrecht, die Bestellung zum Nachlasspfleger und Vermächtnisverwalter, die Bestellung zum Insolvenzverwalter, die Beglaubigung von Schritstücken und die Mitwirkung bei der Besetzung eines Gerichts.

[...] (Art. 8 - 16)






Kontakt

Telefon: +30 231 1180621
Telefax: +49 89 124138532
mail(at)rechtsanwalt-griechenland.net

 

* gem. Art. 7 Nr. 2 PD 152/2000

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